Der Holocaust-Gedenktag findet jährlich am 27. Januar statt. Er erinnert international an die Opfer des Holocaust und knüpft an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945 an. In Deutschland gilt das Datum zugleich allen Opfern des Nationalsozialismus. Relevant ist der Tag besonders für Bildungs- und Kultureinrichtungen, Unternehmen mit eigener historischer Verantwortung sowie Redaktionen. Kommunikation sollte informieren, Quellen prüfen und niemals verkaufen, dramatisieren oder Betroffenheit als Markenleistung inszenieren.

KI-generierte Illustration der Marketing-Strategen zur redaktionellen Quellenarbeit. Szene und Unterlagen sind erfunden; kein Originaldokument und keine historische Aufnahme des Holocaust.

Auf einen Blick

Nächster Termin
Mittwoch, 27. Januar 2027
Terminregel
Jährlich am 27. Januar
Einordnung
Internationaler UN-Gedenktag; in Deutschland zugleich Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Wann ist Holocaust-Gedenktag?

Der nächste Holocaust-Gedenktag ist Mittwoch, der 27. Januar 2027. Danach folgt Donnerstag, der 27. Januar 2028. Die Regel ist fest: Der Gedenktag wird jedes Jahr am 27. Januar begangen. Der wechselnde Wochentag hat daher keine eigene Bedeutung. Das Datum bezieht sich auf den 27. Januar 1945, an dem Soldaten der Roten Armee Auschwitz befreiten. Es steht nicht für die Befreiung aller Lager, das vollständige Ende des Holocaust oder das Ende des Zweiten Weltkriegs. [1]

Für 2027 ist in den ausgewerteten Originalquellen kein gemeinsames internationales Jahresmotto und kein einheitliches Veranstaltungsprogramm bestätigt. Plane deshalb nicht mit einem vermeintlich offiziellen Claim. Einrichtungen können eigene Schwerpunkte setzen, sollten diese aber klar als ihr Programm kennzeichnen und historische Aussagen mit belastbaren Belegen verbinden. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ordnet die Befreiung historisch ein. [2]

Ursprung, Geschichte und Bedeutung

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen führte den internationalen Gedenktag mit Resolution 60/7 vom 1. November 2005 ein; die erste jährliche UN-Begehung folgte 2006. Deutschland hatte den 27. Januar bereits 1996 durch Bundespräsident Roman Herzog als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus proklamiert. Die Jahreszahlen beschreiben verschiedene Ebenen: 1945 die Befreiung von Auschwitz, 1996 die deutsche Proklamation und 2005 beziehungsweise 2006 die internationale Einführung und erste Begehung. Darin liegt kein Widerspruch. [3]

Der Holocaust bezeichnet den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Der deutsche Gedenktag schließt weitere Opfer nationalsozialistischer Verfolgung ein. Eine verantwortliche Darstellung spielt Opfergruppen nicht gegeneinander aus, relativiert Antisemitismus nicht und reduziert jüdische Geschichte nicht auf Verfolgung. Biografien und Dokumente benötigen sorgfältige Prüfung; Leugnung oder Verharmlosung ist keine gleichwertige historische Gegenposition.

Für Organisationen folgt daraus eine klare Grenze: Erinnerung ist weder Kulisse für Rabatte noch Anlass für Gewinnspiele oder einen Loyalitätstest. Auch künstlich erzeugte Rekonstruktionen angeblich echter Opfer oder Lageraufnahmen sind ungeeignet. Sinnvoll wird Kommunikation, wenn sie überprüfbare Informationen, zugängliche Lernwege und konkrete Verantwortung verbindet.

Belegtes Praxisbeispiel

Der folgende Bereich ist seitlich scrollbar. Auf kleinen Bildschirmen kannst du die Karte horizontal bewegen. Der Fall zeigt einen direkten Tagesbezug, ist jedoch ein Unternehmensbericht und keine unabhängige Wirkungsprüfung.

Volkswagen: Erinnerungsarbeit am eigenen Unternehmensort

Direkter Tagesbezug · eigener Bericht aus Wolfsburg, 2026

Volkswagen berichtete am 27. Januar 2026 über eine Gedenkveranstaltung im Werk Wolfsburg. Genannt werden eine Kranzniederlegung am Gedenkstein für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie die Beteiligung von Konzernleitung, Betriebsrat und Beschäftigten. Der Juventis-Jugendchor präsentierte im Rahmen einer Kooperation mit dem Deutschen Chorverband deutsch-jüdische Lieder. Belegt ist damit der eigene Veranstaltungsbericht, nicht eine unabhängige Bewertung der gesamten Unternehmenskultur oder Aufarbeitung. [4]

Marketing-Lektion

Eigene redaktionelle Einordnung: Tragfähiger als ein austauschbarer Gedenkpost sind ein konkreter Ort, ein überprüfbarer historischer Bezug und kontinuierliche fachliche Zusammenarbeit. Andere Unternehmen sollten das Beispiel nicht kopieren, sondern zuerst klären, ob sie selbst einen belegbaren Bezug und kompetente Partner haben. Der Maßstab bleibt Verantwortung, nicht Verkaufswirkung.

Zum Originalbericht

Ideen für Marketing, Redaktion und interne Kommunikation

Der Holocaust-Gedenktag passt nicht automatisch in jeden Contentplan. Besonders naheliegend ist sachliche Kommunikation für Gedenkstätten, Archive, Schulen, Hochschulen, Kulturträger und Medien. Unternehmen kommen vor allem infrage, wenn ihre Geschichte, ihr Standort oder eine bestehende Partnerschaft einen überprüfbaren Bezug schafft. Ohne diesen Zusammenhang kann bewusstes Schweigen respektvoller sein als ein routinierter Markenpost.

Eigene Inhaltsidee: ein sachliches Quellenkarussell

Als eigene redaktionelle Idee empfiehlt sich ein nüchternes Karussell aus vier Folien. Es verbindet Einordnung mit einem freiwilligen Weg zur Vertiefung:

  • Folie 1: 27. Januar, Befreiung von Auschwitz 1945 und klare Abgrenzung zu Kriegsende oder Befreiung aller Lager.
  • Folie 2: eine geprüfte Biografie oder Originalquelle, deren Nutzungsrechte geklärt sind.
  • Folie 3: ein bereits bestehender Beitrag, eine Ausstellung oder ein zugängliches Bildungsangebot mit fachlichem Partner.
  • Folie 4: ein freiwilliger Link zur Vertiefung, ohne Newsletterzwang oder Datenerhebung als Bedingung.

Geeignete Kanäle sind die eigene Website, das Intranet, ein redaktionell moderierter Social-Media-Kanal oder eine interne Veranstaltung. Für Beschäftigte kann zusätzlich ein Quellenblatt mit Ansprechpartnern sinnvoll sein. Der konkrete Nutzen liegt in historischer Orientierung und einem verlässlichen Zugang zu Bildung, nicht in versprochener Reichweite. Die Handlungsaufforderung sollte deshalb lauten: „Vertiefe das Thema anhand der verlinkten Originalquelle.“

Nicht verwenden solltest du nachgespielte Opferbilder, dekorative Lagerfotografie oder emotionale Zuspitzungen ohne Kontext. Kommentare brauchen Moderation: Sachliche Fragen erhalten Quellen, antisemitische Leugnung bleibt nicht als vermeintlicher Debattenbeitrag stehen.

So planst du verantwortliche Inhalte

Das folgende Vorgehen ist ein eigenes redaktionelles Planungskonzept. Zuständigkeiten und Fristen verhindern, dass sensible Inhalte erst am Vorabend entstehen:

  1. Acht Wochen vorher: Redaktion und Unternehmensarchiv klären Anlass, historischen Bezug und Verantwortung. Falls nötig, wird eine Gedenkstätte oder fachkundige Bildungseinrichtung angefragt.
  2. Sechs Wochen vorher: Fachredaktion prüft Quellen, Biografien und Kontext. Kommunikation dokumentiert Herkunft und entscheidet, welches Material wirklich nötig ist.
  3. Zwei Wochen vorher: Fachpartner, Rechts- oder Bildredaktion prüfen Sprache, Nutzungsrechte und Barrierearmut. Alternativtexte beschreiben nur tatsächlich sichtbare Inhalte.
  4. Am Tag selbst: Community-Management veröffentlicht zurückhaltend, beantwortet Fragen mit Belegen und greift bei Leugnung, Verharmlosung oder Menschenfeindlichkeit nach den geltenden Moderationsregeln ein.
  5. Danach: Redaktion sammelt häufige Fragen, korrigiert erkennbare Missverständnisse und hält fest, welche Bildungsangebote tatsächlich genutzt wurden.

Erfolgskontrolle

Beobachtbar sind Aufrufe der vertiefenden Quelle, Downloads eines Quellenblatts, Anmeldungen zu einer realen Bildungsveranstaltung, qualifizierte Rückfragen und deren Bearbeitung. Auch interne Teilnahme kann dokumentiert werden, sofern sie freiwillig und datenschutzgerecht erfolgt.

Diese Zahlen zeigen Nutzung, nicht Haltung oder Wirkung. Hohe Reichweite beweist weder gelungene Erinnerung noch Antisemitismusprävention oder moralische Leistung. Reaktionen dürfen deshalb nicht als Erfolgsranking inszeniert werden; wichtiger sind korrekte Inhalte, zugängliche Angebote und nachvollziehbar bearbeitete Fragen.

Häufige Fragen

Wann findet der Holocaust-Gedenktag statt?

Jährlich am 27. Januar. Der nächste Termin ist Mittwoch, der 27. Januar 2027; danach folgt Donnerstag, der 27. Januar 2028. Das Datum erinnert an die Befreiung von Auschwitz 1945 und ist kein Datum für das Kriegsende.

Warum gibt es deutsche und internationale Einführungsjahre?

Deutschland proklamierte den Gedenktag 1996. Die UN-Generalversammlung führte den internationalen Tag 2005 ein; die erste jährliche UN-Begehung folgte 2006. Die Angaben beschreiben unterschiedliche institutionelle Schritte.

Wie können Unternehmen den Tag sinnvoll nutzen?

Nur mit sachlichem, überprüfbarem Bezug. Geeignet sind historische Einordnung, Originalquellen, Bildungsangebote und fachliche Kooperationen. Ungeeignet sind Rabatte, Gewinnspiele, künstliche Opferdarstellungen und Beiträge, die Betroffenheit zur Markenwerbung machen.

Quellen und Recherchehinweise

Recherche- und Aktualisierungsstand: 29. Oktober 2026 des Gedenktags.

  1. UN: Commemoration of the liberation of the Nazi camps – Primärquelle zur Resolution 60/7, Einführung und Terminregel.
  2. Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau: Basic information on Auschwitz – Primäre historische Information zur Befreiung am 27. Januar 1945.
  3. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Nationale Gedenktage 2010 – Amtliche historische Zusammenstellung zur deutschen Proklamation 1996.
  4. Volkswagen Group: Internationaler Holocaust Remembrance Day, 27. Januar 2026 – Unternehmensselbstauskunft zur Veranstaltung in Wolfsburg; keine unabhängige Wirkungsbewertung.
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