Der Internationale Roma-Tag am 8. April steht für Selbstvertretung, Kultur und gleiche Rechte. Unternehmen können den Anlass nutzen, um gemeinsam mit Roma-Organisationen über Teilhabe zu sprechen und konkrete Unterstützung sichtbar zu machen. Ein glaubwürdiger Beitrag gibt beteiligten Menschen Entscheidungsspielraum und verbindet die Kommunikation mit nachvollziehbaren eigenen Maßnahmen.

Auf einen Blick

Nächster Termin
Donnerstag, 8. April 2027
Terminregel
Jährlich am 8. April; Bezug auf den ersten Welt-Roma-Kongress 1971 nahe London.
Einordnung
Internationaler Tag der Selbstvertretung, Kultur und Gleichberechtigung von Roma; im deutschen Kontext häufig Tag der Sinti und Roma genannt.

Termin und Einordnung

Der nächste Internationale Roma-Tag ist Donnerstag, der 8. April 2027. Das Datum erinnert an den ersten Welt-Roma-Kongress von 1971 in Orpington nahe London. Im deutschen Sprachraum wird der Anlass auch als Internationaler Tag der Sinti und Roma bezeichnet. [1]

Warum nennen Quellen 1971 und 1990?

Die Jahreszahlen beziehen sich auf unterschiedliche Schritte. Das ROMADAY-Bündnis beschreibt den Kongress von 1971 als Ausgangspunkt und verweist auf die Begehung des Tages seit diesem Jahr in mehreren Ländern. Das Kongressarchiv nennt die formale Erklärung des 8. April beim vierten Welt-Roma-Kongress 1990 in Serock in Polen. [1] [2]

Die präzise Kurzfassung lautet deshalb: Der Tag erinnert an den Kongress von 1971; seine spätere formale Erklärung wird mit 1990 verbunden. Eine bloße Behauptung „1990 begann die Roma-Bürgerrechtsbewegung“ würde diese Vorgeschichte unterschlagen. Für 2027 sind örtliche Programme gesondert zu bestätigen; ein Bericht von 2026 ist kein Veranstaltungskalender für das Folgejahr.

Worum geht es?

Selbstvertretung statt einer Geschichte nur über Betroffene

Der Kongress von 1971 war eine internationale Zusammenkunft zur eigenen politischen und gesellschaftlichen Interessenvertretung. Themen waren unter anderem Bildung, soziale Fragen, Sprache, Kultur und die nationalsozialistischen Verbrechen. Auch gemeinsame Symbole spielten eine Rolle. [2] Der Tag lässt sich deshalb nicht auf eine allgemeine Aufforderung reduzieren, freundlicher miteinander umzugehen.

Im Jahr 2026 betonte die OSZE/ODIHR zum 8. April weiterhin bestehende Herausforderungen für Sicherheit, Menschenrechte und gleichberechtigte Beteiligung von Roma und Sinti. Das ist eine aktuelle institutionelle Einordnung dieses historischen Anlasses, keine Beschreibung jedes einzelnen Menschen oder jeder Region. [6]

Bezeichnungen mit Sorgfalt verwenden

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erläutert die Bedeutung der Eigenbezeichnungen und lehnt die verbreitete diskriminierende Fremdbezeichnung ab. Er weist außerdem auf unterschiedliche nationale Gemeinschaften hin. Außerhalb des deutschen Sprachraums wird Roma häufig als Sammelname verwendet; in Deutschland ist die Doppelbezeichnung Sinti und Roma gebräuchlich. [3]

Für deine Kommunikation folgt daraus unser praktischer Vorschlag: Frage Gesprächspartner, wie sie bezeichnet werden möchten. Sprich nicht von einer einzigen Lebensweise, Religion oder musikalischen Begabung aller Roma. Auch positiv gemeinte romantische Bilder können Menschen auf ein Klischee festlegen. Niemand sollte nur aufgrund einer vermuteten Herkunft ungefragt als Repräsentant angesprochen werden.

Erinnerung, Gegenwart und Kultur zusammen denken

Der bisherige Artikel wiederholte vor allem allgemeine Aussagen über Diskriminierung und Verfolgung. Eine bessere Darstellung lässt auch eigene Perspektiven, Kunst, Wissen und konkrete Anliegen sichtbar werden. Erinnere an historische Verbrechen sorgfältig, ohne die Identität einer vielfältigen Minderheit darauf zu begrenzen. Wer heute spricht, entscheidet selbst, welche Erfahrungen und Themen öffentlich werden sollen.

Belegte Praxisbeispiele

Hier sind konkrete Formen öffentlicher Kommunikation zum 8. April dokumentiert. Unternehmensbeteiligung und zivilgesellschaftliche Kampagne werden ausdrücklich unterschieden; aus einer Teilnahme leiten wir weder eine Spende noch einen gemessenen Abbau von Diskriminierung ab.

Auf kleinen Bildschirmen kannst du die Karten seitlich scrollen.

Belegte Unternehmensbeteiligung · 8. April 2026

Bulgarien 2026: Unternehmen bei einem Dialog- und Kulturformat

Der Trust for Social Achievement berichtete am 17. April 2026 über seine Feier mit dem Französischen Institut in Bulgarien am 8. April. Genannt werden unter anderem anwesende Vertreter von IKEA Bulgaria, HP Inc. Bulgaria, Kaufland, Fantastico und Accenture. Personen von IKEA und HP übergaben außerdem Preise in einem Wettbewerb mit Essays und Videos junger Menschen. [4]

Marketing-Lerneffekt: Sichtbare Unterstützung kann in einem gemeinsam getragenen Kultur- und Dialogformat stattfinden. Der Bericht belegt diese Beteiligung. Er nennt damit keine bestimmte finanzielle Förderung der Firmen und beweist keine Veränderung ihrer Personalpraxis.

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Zivilgesellschaftliche Öffentlichkeitsarbeit · historisches Beispiel

FSG 2011: eine Roma-Designerin gestaltet die Materialien

Die Fundación Secretariado Gitano veröffentlichte am 31. März 2011 Materialien für den damaligen Internationalen Roma-Tag. Sie beauftragte die spanische Roma-Designerin Montse Motos Jiménez mit einem Plakat und einem Lesezeichen in englischer und spanischer Fassung. Der Anlass war der 40. Jahrestag des Kongresses von 1971. [5]

Marketing-Lerneffekt: Beteiligung kann schon bei Konzeption und Gestaltung beginnen. Für eine eigene Kooperation vereinbarst du Auftrag, Honorar und Nutzungsumfang klar. Das historische Material ist keine automatisch frei verwendbare Kampagnenvorlage für 2027.

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Ideen für dein Marketing

Eigene Aktionsidee: eine Frage, ein Gespräch, eine überprüfbare Zusage

Für Arbeitgeber, Kulturinstitutionen und Unternehmen mit bestehenden lokalen Beziehungen bietet sich ein gemeinsam geplantes Gespräch an. Beginne mit der Frage, welcher Beitrag für eine Roma-Selbstorganisation tatsächlich nützlich wäre. Das kann eine honorierte Veranstaltung, eine fachlich begleitete Überarbeitung von Materialien oder die Unterstützung eines bestehenden Bildungsangebots sein. Die Organisation sollte Themen und Darstellung mitbestimmen können.

Ein kleines Karussell kann den Termin erklären, den historischen Bezug einordnen, eine freigegebene Perspektive des Partners zeigen und deine konkrete Zusage benennen. Die letzte Karte führt zur Originalarbeit des Partners oder zu einer eigenen transparenten Projektseite. Veröffentliche später, was aus der Zusage geworden ist. So bekommt ein öffentliches Versprechen eine überprüfbare Fortsetzung.

Unternehmenspraxis vor einem großen Versprechen prüfen

Wenn du Chancengleichheit kommunizierst, prüfe intern, welche Regeln und Ansprechstellen tatsächlich bestehen. Beschreibe konkrete Schritte, die dein Unternehmen verantwortet. Aus einem Workshop darf kein pauschales Siegel „diskriminierungsfrei“ werden. Ein Foto mit Gästen ersetzt keine nachvollziehbare Personal- oder Beschwerdepraxis.

Ein Rabatt mit ethnischer Zuschreibung wäre für dieses Konzept unpassend. Arbeite mit Information, Beteiligung und einem klaren Unterstützungsbeitrag. Auch ein Spendenversprechen braucht einen benannten Empfänger und eine überprüfbare Regel. Lege Umfang und Abrechnung vorher fest, statt nur eine vage Unterstützung zu behaupten.

Bildsprache gemeinsam entscheiden

Verwende bevorzugt freigegebene echte Aufnahmen oder beauftragte Gestaltung. Bitte die Beteiligten um Rückmeldung zu Bildauswahl und Bildunterschriften. KI-Bilder sollten keine vermeintlich typischen Roma darstellen und keine historische oder aktuelle Veranstaltung vortäuschen. Eine gegebenenfalls verwendete symbolische KI-Illustration muss sichtbar als KI-generiert gekennzeichnet sein.

So planst du deine Aktion

Der folgende Ablauf ist unser eigenes Planungskonzept.

  1. Sechs bis acht Wochen vorher: Suche einen fachkundigen Partner mit eigener Interessenvertretung. Erfrage Bedarf und mögliche Zusammenarbeit, ohne eine Teilnahme vorauszusetzen.
  2. Im gemeinsamen Briefing: Vereinbare Themen, Rollen, Honorar, Freigaben und Ziel. Halte fest, welche Aussagen dein Unternehmen selbst belegen kann.
  3. Für die Redaktion: Trenne Kongressgeschichte von späterer formaler Erklärung. Prüfe Bezeichnungen, historische Angaben und die konkrete Rolle jedes genannten Partners.
  4. Vor dem 8. April: Lass Texte und Bilder gemäß Vereinbarung freigeben. Plane die Moderation von Kommentaren und eine klare Reaktion auf rassistische Beiträge.
  5. Am Aktionstag: Veröffentliche die gemeinsame Information und die konkrete Zusage. Nenne Kontakt- oder Teilnahmemöglichkeiten, die tatsächlich abgestimmt und verfügbar sind.
  6. Vier bis sechs Wochen später: Berichte über vereinbarte Ergebnisse. Prüfe mit dem Partner, ob eine Fortsetzung erwünscht ist und welche Darstellung den tatsächlichen Stand wiedergibt.

Erfolgskontrolle

Betrachte die vereinbarten Leistungen zuerst: Wurde ein Honorar gezahlt, Material überarbeitet oder ein zugesagter Beitrag übergeben? Ergänzend kannst du Teilnahme, Aufrufe der Partnerseite und qualifizierte Rückfragen erfassen. Rückmeldungen des Partners gehören in die Auswertung. Likes und ein einzelner Dialog belegen keine allgemeine Verringerung von Antiziganismus.

Häufige Fragen

Wann ist der nächste Internationale Roma-Tag?

Am Donnerstag, 8. April 2027. Der jährliche Termin erinnert an den ersten Welt-Roma-Kongress von 1971 nahe London. [1]

Warum stehen in Quellen zwei unterschiedliche Gründungsjahre?

1971 bezeichnet den historischen Kongress und Ausgangspunkt; 1990 die spätere formale Erklärung beim vierten Kongress. Diese Ebenen sollten in einem kurzen Text auseinandergehalten werden. [1] [2]

Welche Bezeichnung sollte ein Unternehmen verwenden?

Orientiere dich an den Eigenbezeichnungen und an der gewünschten Bezeichnung deiner Gesprächspartner. Im deutschen Kontext erläutert der Zentralrat den Gebrauch von Sinti und Roma. [3]

Belegt eine Veranstaltungspartnerschaft bereits diskriminierungsfreie Unternehmenspraxis?

Nein. Die Veranstaltung und die tatsächliche interne Praxis müssen jeweils für sich beschrieben und belegt werden. Kommuniziere konkrete Maßnahmen und überprüfbare Zusagen.

Quellen und Recherchehinweise

Recherche- und Aktualisierungsstand: 30. Oktober 2026. Unternehmens- und Organisationsmeldungen belegen deren eigene Darstellung; eine unabhängige Wirkungsmessung ist damit nicht verbunden.

  1. ROMADAY: Hintergrund des Welt-Roma-Tags. Hintergrund des ROMADAY-Bündnisses zum Kongress von 1971 und zur Bedeutung der Selbstorganisation.
  2. World Roma Congress: Archiv zum ersten und zu späteren Kongressen. Kongressarchiv mit Einordnung der formalen Erklärung von 1990; nicht mit dem Beginn der Bewegung gleichsetzen.
  3. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Erläuterungen zu Selbst- und Fremdbezeichnungen. Position des Zentralrats zu Eigenbezeichnungen, Vielfalt und diskriminierenden Fremdbezeichnungen.
  4. Trust for Social Achievement: From Memory to the Future. Eigener Rückblick des Veranstalters mit Datum und konkreter Rolle beteiligter Unternehmensvertreter; keine unabhängige Wirkungsprüfung.
  5. Fundación Secretariado Gitano: International Roma Day 2011. Zeitgenössische Eigendarstellung von 2011 zu Gestaltung, Sprachen und historischem Jubiläum der Kampagnenmaterialien.
  6. OSZE/ODIHR: Mitteilung zum Internationalen Roma-Tag 2026. Institutionelle Mitteilung vom 8. April 2026 zur aktuellen Bedeutung von Rechten, Sicherheit und Teilhabe; keine pauschale Zustandsbeschreibung aller Gemeinschaften.
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