Der Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen findet jährlich am 25. November statt. Er macht auf körperliche, sexuelle, psychische und digitale Gewalt aufmerksam und fordert Prävention, Schutz sowie konsequentes Handeln. Relevant ist er für Fachorganisationen, öffentliche Stellen, Arbeitgeber und Marken mit glaubwürdigem Engagement. Für Kommunikation gilt: Hilfswege müssen vor Selbstdarstellung stehen; Rabatte, Produktzwang und das Sammeln persönlicher Gewalterfahrungen sind unangebracht.

Beitragsbild: KI-generierte Illustration.

Auf einen Blick

Nächster Termin
Mittwoch, 25. November 2026
Terminregel
Jährlich am 25. November; Auftakt der 16 Days of Activism bis 10. Dezember
Einordnung
Offizieller UN-Gedenktag auf Grundlage der Resolution 54/134

Wann ist der Internationale Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen?

Der nächste Termin ist Mittwoch, der 25. November 2026. Danach fällt der Gedenktag auf Donnerstag, den 25. November 2027. Das Datum ist fest: Die Vereinten Nationen rufen Regierungen, internationale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen jährlich am 25. November zu Aktivitäten gegen Gewalt an Frauen auf. Grundlage ist Resolution 54/134, beschlossen in der 83. Plenarsitzung am 17. Dezember 1999. [1]

Der Tag eröffnet außerdem die 16 Days of Activism. Diese Aktionsphase endet am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Für 2026 bestätigt das australische Sozialministerium den Schwerpunkt, Gerechtigkeit zu sichern, Überlebende zu schützen und Straflosigkeit zu beenden. Das ist ein Jahresfokus, keine Änderung der Datumsregel. [3]

Auf der UN-Hintergrundseite steht als Datum der formellen Ausrufung der 7. Februar 2000. Das Originaldokument weist jedoch den 17. Dezember 1999 als Beschlussdatum aus; für die formelle Einordnung ist deshalb die Resolution maßgeblich. [1] [2]

Ursprung, Entwicklung und Bedeutung

Aktivistinnen nutzen den 25. November laut UN seit 1981 als Tag gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Historischer Bezug sind die Mirabal-Schwestern, drei politische Aktivistinnen aus der Dominikanischen Republik, die 1960 ermordet wurden. Die formelle UN-Festlegung folgte später. Weitere eigenständige Meilensteine sind die UN-Erklärung zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen von 1993 und der Start der UNiTE-Kampagne im Jahr 2008. [2]

Gewalt kann körperlich, sexuell oder psychisch ausgeübt werden und im privaten, öffentlichen oder digitalen Raum stattfinden. Eine verantwortungsvolle Darstellung vermeidet Schuldzuweisungen, drastische Bilder und identifizierbare Geschichten ohne tragfähigen Schutz. Auch der Begriff Femizid verlangt Präzision: Nicht jede Tötung einer Frau ist allein wegen des Geschlechts des Opfers entsprechend einzuordnen.

Konkrete Hilfe: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist innerhalb Deutschlands unter 116 016 rund um die Uhr kostenfrei und vertraulich erreichbar, auf Wunsch anonym. Auch Menschen aus dem Umfeld und Fachkräfte können anrufen. Zur offiziellen Telefon-Beratung. Der Beitrag ersetzt keine individuelle Notfall-, Rechts- oder Fachberatung.

Belegte Beispiele aus der Praxis

Die Karten lassen sich seitlich verschieben. Sie trennen direkte Aktivitäten zum Gedenktag von einem lediglich thematisch verwandten Unternehmensfall.

Direkter Anlass · Australien, 2026

Informationen, Materialien und Termine bündeln

Das australische Sozialministerium stellt Organisationen ein Stakeholder-Kit bereit und führt angekündigte orange beleuchtete Orte auf. Dazu gehört das Australian Parliament House am 25. November. Die Veröffentlichung bestätigt außerdem die Aktionsphase bis 10. Dezember. Beschrieben sind geplante Maßnahmen, nicht bereits erreichte Schutzwirkungen.

Redaktionelle Lektion: Verbinde sichtbare Symbole mit Hilfsinformationen, Zuständigkeiten und einem datierten Ablauf. So bleibt nachvollziehbar, was tatsächlich angeboten wird.

Originalbeleg des Ministeriums

Thematisch verwandt · international, 2025

Trainingsangebot statt Produktversprechen

L’Oréal Paris stellte im April 2025 „Never your fault“ im Rahmen seines Programms gegen Belästigung im öffentlichen Raum vor. Gemeinsam mit Right To Be wurden Trainings zur Unterstützung bei beobachteter Belästigung kommuniziert. Die Mitteilung gehört zur Anti-Street-Harassment-Woche; ein Bezug zum 25. November ist darin nicht belegt.

Redaktionelle Lektion: Ein konkretes, fachlich gestütztes Angebot ist substanzieller als Produktwerbung. Kauf und Schutz vor Gewalt dürfen nicht miteinander verknüpft werden.

Original-Unternehmensmitteilung

Verantwortungsvolle Ideen für Marketing und Kommunikation

Der Anlass passt besonders zu Fachorganisationen, öffentlichen Einrichtungen und Arbeitgebern mit klaren Schutzstrukturen. Marken sollten ihn nur nutzen, wenn eine nachvollziehbare, längerfristige Unterstützung besteht. Eine einmalige Symbolgrafik ohne Hilfsweg oder Verantwortlichkeit wirkt schnell beliebig.

  • Hilfswege sichtbar machen: Veröffentliche auf Website, Intranet und Social Media geprüfte Kontaktdaten. Hilfe darf weder Anmeldung noch Produktkauf erfordern.
  • Zuständige schulen: Biete Führungskräften, Personalverantwortlichen oder Moderationsteams eine fachlich begleitete Schulung an und erkläre intern sichere Meldewege.
  • Partnerschaft dokumentieren: Beschreibe transparent, welche Fachorganisation unterstützt wird, für welchen Zeitraum und unter welchen tatsächlichen Bedingungen.
  • Informationskarussell erstellen: Erkläre Gewaltformen, nenne Unterstützungsmöglichkeiten und schließe mit einer eindeutigen Handlungsaufforderung zur offiziellen Beratung.

Fordere Leser nicht auf, persönliche Gewalterlebnisse öffentlich zu schildern. Kommentare brauchen aufmerksame Moderation; Betroffeneninterviews dürfen nicht als Imagekulisse dienen.

Eigenes Redaktionskonzept: sicher planen und umsetzen

  1. Sechs Wochen vorher, Redaktion: Ziel, Zielgruppe und dauerhaften Bezug des Unternehmens prüfen.
  2. Vier Wochen vorher, Fachverantwortliche: Aussagen, Begriffe, Hilfsangebote und Moderationsregeln mit einer Fachstelle abstimmen.
  3. Zwei Wochen vorher, Kanalverantwortliche: Beiträge, Intranetinformation und Weiterleitungen testen; Zuständigkeiten für Rückfragen schriftlich festlegen.
  4. Am Aktionstag, Community-Team: Kommentare beobachten, Grenzverletzungen moderieren und Ratsuchende diskret auf professionelle Hilfe verweisen.
  5. Danach, Projektleitung: veröffentlichte Zusagen, Partnerschaften oder Schulungen dokumentieren und vereinbarte Folgeschritte kontrollieren.

Erfolgskontrolle

Beobachtbar sind Aufrufe der Hilfsinformation, Klicks zur offiziellen Beratung, interne Schulungsteilnahmen und dokumentierte Unterstützungsleistungen. Reichweite zeigt zunächst nur Sichtbarkeit. Klicks belegen keine erfolgreiche Beratung, und persönliche Gewalterzählungen sind keine Engagement-Kennzahl. Werte deshalb Nutzbarkeit, organisatorische Umsetzung und Sichtbarkeit getrennt aus.

Häufige Fragen

Wann findet der Gedenktag statt?

Jährlich am 25. November. Im Jahr 2026 ist das ein Mittwoch, im Folgejahr ein Donnerstag.

Warum dauern Aktionen häufig bis zum 10. Dezember?

Der 25. November eröffnet die 16 Days of Activism. Die internationale Aktionsphase endet am Tag der Menschenrechte.

Wie können Unternehmen den Tag sinnvoll nutzen?

Mit geprüften Hilfswegen, geschulten Zuständigen und langfristig dokumentierter Unterstützung. Ungeeignet sind Rabatte, Produktkaufpflichten oder öffentliche Aufrufe zu persönlichen Berichten.

Quellen und Recherchehinweise

Recherche- und Aktualisierungsstand: 29. Oktober 2026.

  1. Vereinte Nationen: Resolution A/RES/54/134 – maßgebliche Primärquelle für Beschluss und jährliches Datum.
  2. Vereinte Nationen: Hintergrund zum Gedenktag – institutionelle Übersicht zur Geschichte und zu weiteren Meilensteinen; beim Beschlussdatum weicht sie vom Originaldokument ab.
  3. Australian Department of Social Services: 16 Days of Activism 2026 – staatliche Originalquelle zu Schwerpunkt, Materialien und geplanten Terminen.
  4. L’Oréal Paris: Never your fault – Unternehmensselbstauskunft vom 9. April 2025 zum verwandten Trainingsprogramm.
  5. Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: Telefon-Beratung – offizielle Hilfsquelle zu Erreichbarkeit, Kostenfreiheit, Vertraulichkeit und anonymer Beratung.
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